Umbruch am Nil – Auswirkungen auf Ihren Urlaub


von Michael Riebel
Donnerstag, 24. Februar 2011


Liebe Kunden,

mein Name ist Michael Riebel und ich bin seit 2002 ein Spezialist für das Reiseland Ägypten. Städte, wie Kairo und Luxor, die Baderegionen Hurghada, El Gouna und Makadi Bay und den Sinai inklusive Sharm el Sheikh habe ich seitdem regelmäßig besucht.
Seit inzwischen 8 Jahren berate ich Ägypten-Reisende, in letzter Zeit jedoch muss ich mehr meinen Pflichten als Geschäftsführer nachkommen, da sich unser Reisebüro stetig vergrößert, deswegen führe ich leider nur noch selten Gespräche mit unseren Kunden.

Michael Riebel in Ägypten

Michael Riebel in Ägypten


Der Umbruch in Ägypten
Am 29. Januar dieses Jahres passierte in Ägypten etwas, was ich selbst NIE für möglich gehalten hätte: die ägyptische Bevölkerung begann friedlich zu demonstrieren, um Husni Mubarak zum Rücktritt zu bewegen. Seit diesem Tag lief in unserem Büro täglich Al Jazeera und unsere Berater, die Geschäftsleitung eingeschlossen, haben nichts anderes getan, als mit unseren besorgten Kunden zu telefonieren, Fragen zu beantworten und zu helfen wann immer es im Bereich des Möglichen war.

Die Reaktion der Kunden und Medien
Seit Beginn der Ausschreitungen geistern durch die Medien schlimme Bilder aus der ägyptischen Hauptstadt. So würde ich selbst auch nicht in mein Urlaubsland fliegen wollen. Entsprechend beunruhigt waren unsere Kunden, die Reaktion schwankte von Angst bis Empörung. Die gravierenden Probleme lagen zum einen darin, dass niemand wirklich wusste, was genau in den Urlaubsgebieten passiert und die Unsicherheit sehr groß war und zum anderen in den unterschiedlichen Reaktionen der einzelnen Veranstalter: Einige sagten sofort bis Ende Februar alle Reisen ab, obwohl manche Gäste gern geflogen wären, und andere wiederum hielten an den Terminen fest, obwohl einige Gäste auf gar keinen Fall starten wollten. Vor allem viele Familien mit kleinen Kindern und einer gebuchten Nilfahrt waren verunsichert und wollten nicht nach Ägypten.
Jeden Tag haben meine Mitarbeiter und ich gebangt und alle erreichbaren Quellen, wie befreundete Reiseführer in Ägypten, kontaktiert um endlich zu erfahren, was wirklich passiert. Alle rechneten mit einem Rücktritt Mubaraks, aber dieser ließ sich Zeit.
Zur Unsicherheit vor Ort kam noch die Unsicherheit innerhalb der Touristiker – jeder Partner (jede Airline und jeder Veranstalter) reagierte anders auf das Geschehen. Ein Albtraum für unsere Kunden – und damit auch für uns als Berater.

Der Kraftakt Umbuchung
Zum Glück konnten wir bei den Veranstaltern für fast alle unserer Kunden seit Beginn der Demonstrationen eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung erwirken. Auch wenn sich dies teilweise als sehr schwierig erwies und sowohl unsere Kunden als auch unser Ägypten-Beraterteam manchmal kurz vor dem Zusammenbruch standen.
Kaum ein anderes Land wie Ägypten kann im Februar eine Sonnengarantie, kurze Flugzeiten und warmes Wetter zum Baden bieten. Das Umbuchen gestaltete sich daher als schwierig, zumal auch das Flugangebot aufgrund der Winterferien in vielen Bundesländern sehr knapp war.
Fast die Hälfte unserer Kunden konnten wir trotzdem in die Sonne schicken. Neben den Kanaren entschieden sich auch einige Kunden für eine Fernreise und konnten so mit einem vernünftigen Flugpreis nach Sri Lanka, nach Thailand und in die Karibik fliegen. Leider mussten manche Kunden zu Hause bleiben – gerade für größere Gruppen waren keine Flugplätze mehr vorhanden.
Letztendlich konnten jedoch wir gute und akzeptable Lösungen erreichen – ein tolles Gefühl! Viele unserer Gäste haben sich später herzlich bedankt, was uns für den ganzen Tumult entschädigt.

Die Kunden vor Ort
Meine Berater und ich erwarteten mit Spannung die Berichte unserer Kunden, die während der Demonstrationen vor Ort waren. Am 10. Februar endeten für einige unserer Kunden zwei Wochen Nilkreuzfahrt und Baden, sie erreichten Deutschland und bedankten sich bei uns für einen tollen Urlaub. Vor Ort in den Baderegionen wurden zwar einige Leistungen in den Hotels aufgrund der wenigen Gäste reduziert und dementsprechend fand die Gästeanimation nicht statt oder einige zusätzliche Restaurants blieben geschlossen, aber ansonsten fand ein normaler Tagesablauf statt. Auch am Nil lief alles in relativ normalen Bahnen, zwar wurden einige der Ausflüge, wie die Kairoaufenthalte gestrichen, aber dafür wurden andere Ausflüge als Ersatz angeboten und durchgeführt.

Wie geht es weiter?
Husni Mubarak dankte bald ab und übergab die Macht an das Militär. Die Wende zur demokratischen Gesellschaft steht bevor. Die Ägypter können endlich aufatmen. Jetzt kommen nur noch schöne Berichte aus Kairo, mit tanzenden und fröhlichen Menschen.
Alle Reisen ab von Deutschland ab März finden wieder statt, die geregelten Abläufe funktionieren wieder wie gewohnt in Ägypten.
Die Ägypter sind fröhlicher geworden! Aber in dem schon immer sehr (gast-)freundlichen Land ist jetzt praktisch jeder Tag ein Feiertag.

Ich freue mich für unsere Partner und Freunde in Ägypten und wünsche ihnen alles Gute für die zukünftige Entwicklung des Landes. Und natürlich freue ich mich ebenso für unsere Kunden, die endlich wieder an den Nil oder das Rote Meer fliegen und einen unbeschwerten Urlaub erleben können.
Natürlich machen wir uns schnellstmöglich selbst ein Bild von der guten Stimmung und der aktuellen Lage im Land am Nil: Am 14. März wird unsere Beraterin Franziska Martin zum Hotelcheck nach Sharm el Sheikh fliegen und uns allen, Kunden wie Beratern, eine ausführliche Rückmeldung geben.



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